DER ENERGIEAUSWEIS

Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet. Er gibt mit einem bestimmten Energiekennwert Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Der Energieausweis ist sowohl für den Eigentümer als auch für die Kauf- und Mietinteressenten von Vorteil.
Der Energieausweis ist das Ergebnis der "Europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden". Sie sollte Anfang 2006 in allen 24 EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt sein. Ziel der Richtlinie ist auf lange Sicht die Energieeinsparung, denn heute werden rund 40 Prozent der EU-weit verbrauchten Energie für die Heizung von Gebäuden benötigt.
Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen der Energieausweise werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.


Der Energieausweis - zwei Varianten
Ein Energieausweis muss auf Nachfrage vorgelegt werden, wenn Gebäude oder Gebäudeteile (Wohnungen, Nutzereinheiten) neu gebaut, verpachtet, verkauft, vermietet oder geleast werden. Vermieter und Eigentümer von Wohngebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten können wählen, ob sie den Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfes (Bedarfsorientierter Energieausweis) oder des tatsächlichen Energieverbrauches (Verbrauchs- orientierter Energieausweis) ausstellen lassen. Der Bedarfsorientierte Energie-ausweis wird vorgeschrieben für Gebäude, die vor 1977 errichtet worden sind und die das zu diesem Zeitpunkt gültige Anforderungsniveau nicht erreichen.

Der Energieausweis - Fazit
Bei Beantragung von Fördergeldern und Krediten wird der Bedarfsorientierte Energieausweis gefordert. Deshalb sollte sich jeder, der einen Energieausweis in Auftrag gibt, gründlich überlegen, welche der beiden Versionen für Ihn sinnvoll ist.
Der Verbrauchsorientierte Energieausweis mit seinem Energieverbrauchs-kennwert gibt den Mittelwert aus den Verbräuchen der letzten drei Jahren wieder. Dieser Wert spiegelt nur die spezifischen Verbräuche des derzeitigen Benutzers wieder.
Der Bedarfsorientierte Energieausweis gibt einen normierten Energiebedarf wieder, so das verlässliche und realistische Vergleiche mit anderen Gebäuden gemacht werden können. Solch ein Bedarfsorientierter Energieausweis enthält alle Energieeinflussfaktoren. Die Qualität der Gebäudehülle, wie Außenwände, Fenster und Dach. Die Energiegewinne durch Sonneneinstrahlung, Körperwärme und Geräte. Der Bedarfsorientierte Energieausweis gibt auch die Qualität der gesamten Heizungsanlage vom Kessel bis zum Heizkörper und, falls vorhanden, der Lüftungsanlage wieder. Dieser Bedarfsorientierte Energieausweis enthält bei Wohngebäuden auch den Trinkwasserwärmebedarf und die Effizienz der Warmwasserbereitung. In den errechneten Primärenergiebedarf des Gebäudes fließt auch die Effizienz der Bereitstellung des verwendeten Energieträgers ein. Der Bedarfsorientierte Energieausweis ist eine ganzheitliche Betrachtung eines Gebäudes. Diese ganzheitliche Betrachtung erlaubt es, dass man relativ schnell und einfach anstehende Sanierungsmaßnahmen miteinander vergleichen und auswerten kann.