DAS PASSIVHAUS
Das erste in Deutschland gebaute Passivhaus ist das „Passivhaus Darmstadt- Kranichstein“. 2006 feierte es sein 15 Jähriges Jubiläum. Zur Bauzeit wurde es belächelt und als „Ökospinnerei“ abgestempelt. Heute gehört das Passivhaus zum Baustandard und hat sich schon tausendfach bewährt.
Das Prinzip Passivhaus hat sich so positiv entwickeln können, da es keine strikten Vorgaben für die Bauweise eines Passivhauses vorgibt. Es werden nur Randbedingungen und Maximalwerte genannt. So kann ein Passivhaus in Massivbauweise entstehen oder aus Holz gebaut werden, ein Passivhaus kann mit einer Solaranlage oder auch ohne gebaut werden, ein Passivhaus kann viele Fenster oder aber wenige Fenster besitzen. Dieser immense Vorteil einer „freien Wahl“ gegenüber anderen Baukonzepten hat dem Passivhaus zum Durchbruch verholfen. Das Passivhaus hat einen weiteren entscheidenden Faktor, es ist sein sehr geringer „Energieverbrauch“, der sich im wahrsten Sinne des Wortes schon sehr früh auszahlt bzw. amortisiert.
Das Passivhaus mit seinen Kennwerten
1.Jahresheizwärmebedarf für ein Passivhaus < 15 kWh/qm a
2.Maximale Heizlast für ein Passivhaus < 10 W/qm
3.U-Wert opaker Bauteile für ein Passivhaus < 0,15 W/qm K
4.Uw-Wert von Fenstern für ein Passivhaus <= 0,8 W/qm K
5.Wärmebrückenfreie Konstruktion für ein Passivhaus (φ < 0,01 W/m K)
6.Luftdichtheit n (50) für ein Passivhaus <= 0,6 h-1
7.Abluft-Wärmerückgewinnung mit Wirkungsgrad
für ein Passivhaus >= 75%
Diese oben aufgeführten Kennwerte definieren ein Passivhaus.
Ein Wohngebäude ist ein Passivhaus, wenn es folgende Qualitätsanforderungen erfüllt:
1.Das Passivhaus muß ein behagliches Innenklima ohne separate Heizsysteme und Klimaanlagen erreichen. Der Jahresheizwärmebedarf muss nach Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP) kleiner als 15 kWh/qm a sein.
2.Das Passivhaus muss die Behaglichkeitskriterien in jedem Wohnraum sowohl im Winter als auch im Sommer erfüllen.
3.Der spezifische Primärenergiebedarf für das gesamte Passivhaus (Heizung, Haushaltsstrom und Warmwasserbereitung) darf nicht höher als 120 kWh/qm a sein.
Fazit
Das Passivhaus vereint sehr viele Vorteile. Angefangen bei der Ökologischen Bilanz beim Primärenergieverbrauch, über die außergewöhnliche Behaglichkeit des Wohnklimas bis hin zum einfachen Gesamtkonzept. Das Passivhaus verbraucht so wenig Energie, dass man auf klassische Heizkörper im Passivhaus verzichten kann. Die Haustechnick im Passivhaus wird auf ein Minimum herabgesetzt. Denn was nicht vorhanden ist kann auch nicht kaputt gehen. Diese gesamte Haustechnik im Passivhaus besteht aus einer Lüftungskompaktanlage, die schon ab 9000 € erhältlich ist.
Auch für das Passivhaus trifft das immer wieder zitierte Sprichwort „Weniger ist mehr“ zu.